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Finanzielle Reserve aufbauen

Diese Tagesgeldkonten sind optimal für den Notgroschen

Am Auto steht eine Reparatur an oder eine andere ungeplante Rechnung flattert ins Haus: Ein Notgroschen kann in solchen Situationen vor finanziellen Engpässen schützen.
17. September 2026, 11:34 Uhr
Geldscheine
Der Notgroschen kann auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto aufbewahrt werden. (@istockphoto/Christian Horz)

Unvorhergesehene Ausgaben lassen sich nicht immer vermeiden. Wer dafür Geld zurückgelegt hat, muss im Ernstfall nicht gleich den Dispokredit nutzen, einen Kredit aufnehmen oder langfristige Geldanlagen auflösen. Auf einem Tagesgeldkonto bleibt die Reserve jederzeit verfügbar und wird bei einigen Banken derzeit mit drei Prozent und mehr verzinst.

Was versteht man unter einem Notgroschen?

Der Notgroschen ist eine finanzielle Reserve, die bewusst für unerwartete Ausgaben zurückgelegt wird. Das können beispielsweise Reparaturen am Auto oder im Haushalt sein, aber auch größere Rechnungen oder ein vorübergehender Einkommensausfall.

Im Unterschied zu anderen Ersparnissen sollte dieses Geld deshalb nicht für Urlaub, größere Anschaffungen oder andere planbare Ausgaben verwendet werden. Es dient in erster Linie dazu, kurzfristige finanzielle Engpässe abzufedern.

Warum sich Tagesgeld für den Notgroschen eignet

Aktien und ETFs können langfristig höhere Renditechancen bieten, sind für eine kurzfristige Notfallreserve jedoch weniger geeignet. Denn Anlagen am Kapitalmarkt unterliegen Kursschwankungen und sind mit Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust verbunden.

Ein Tagesgeldkonto verbindet dagegen zwei Eigenschaften, die für einen Notgroschen besonders wichtig sind: Das Guthaben ist flexibel verfügbar und wird verzinst. Außerdem lässt sich die Rücklage getrennt vom alltäglich genutzten Girokonto verwahren.

Aktuell gibt es mehrere Angebote mit vergleichsweise hohen Aktionszinsen. Vier davon stellen wir genauer vor.

Consorsbank: 3,6 Prozent p. a. für 5 Monate

Neukunden erhalten bei der Consorsbank derzeit 3,6 Prozent Zinsen p. a. für fünf Monate. Der Aktionszins gilt für Einlagen bis zu einer Million Euro. Für Anlagebeträge über einer Million Euro sowie nach Ablauf des fünfmonatigen Aktionszeitraums gilt derzeit ein Zinssatz von 1,0 Prozent p. a. Mit dem Abschluss eines Tagesgeldkontos wird automatisch auch ein Wertpapierdepot eröffnet, das beispielsweise für den langfristigen Vermögensaufbau genutzt werden kann.

  • Zinssatz: 3,6 Prozent p. a.
  • Zinsgarantie: 5 Monate
  • Maximale Anlagesumme: 1 Million Euro
  • Zinsgutschrift: vierteljährlich
  • Einlagensicherung: Frankreich bis 100.000 Euro, zusätzliche Absicherung über den deutschen Einlagensicherungsfonds
  • Voraussetzung: Tagesgeldkonto inklusive Wertpapierdepot
Consorsbank Tagesgeldkonto

Consorsbank Tagesgeldkonto

3,60% p.a.
bei consorsbank.de
zum Angebot

Wichtig: Die Konditionen von Finanzprodukten können sich jederzeit ändern. Abweichungen von den genannten Zinssätzen können darauf zurückzuführen sein, dass der Anbieter die Konditionen nach Veröffentlichung angepasst hat.

Als Marke der französischen BNP Paribas unterliegt die Consorsbank der französischen gesetzlichen Einlagensicherung. Zusätzlich besteht eine Absicherung über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken.

Bank of Scotland: 3 Prozent p. a. für bis zu 12 Monate

Die Bank of Scotland bietet Neukunden 3,0 Prozent p. a. für einen vergleichsweise langen Aktionszeitraum von bis zu zwölf Monaten. Das kann für den Notgroschen besonders praktisch sein, da die finanzielle Reserve häufig über einen längeren Zeitraum unangetastet bleibt und der Aktionszins so nicht bereits nach wenigen Monaten ausläuft. Nach Ende des Aktionszeitraums wird das Guthaben mit dem variablen Zinssatz verzinst, der aktuell bei 1,25 Prozent p. a. liegt und damit auch im Anschluss noch eine solide Verzinsung bietet.

Konditionen im Überblick:

  • Zinssatz: 3 Prozent p. a. für bis zu 12 Monate
  • Maximale Anlagesumme: bis 50.000 Euro
  • Zinsgutschrift: jährlich
  • Flexibilität: tägliche Verfügbarkeit
  • Einlagensicherung: deutsches Sicherungssystem bis 100.000 Euro
  • Kostenlose Kontoführung
Bank of Scotland Tagesgeldkonto

Bank of Scotland Tagesgeldkonto

3,00% p.a.
bei bankofscotland.de
zum Angebot

Die Bank of Scotland ist eine reine Onlinebank mit Sitz in Berlin. 2019 wurden die Geschäfte an die Lloyds Bank GmbH übertragen. In Deutschland tritt sie weiterhin unter ihrem bekannten Namen auf und bietet Tagesgeld- und Kreditprodukte an. 

Postbank: 3,2 Prozent p. a. für 6 Monate

Mit einer Neugeldaktion bietet die Postbank aktuell 3,2 Prozent Zinsen p. a. für sechs Monate. Dafür müssen zwischen dem 14. September und dem 26. Oktober 2026 mindestens 2500 Euro Neugeld eingezahlt werden. Der Aktionszins gilt anschließend vom 1. November 2026 bis zum 30. April 2027.

Als Neugeld zählen dabei nur Beträge, die sich vor Beginn des Einzahlungszeitraums nicht bereits auf Konten oder Depots bei Postbank, Deutscher Bank oder Norisbank befanden. Verzinst werden maximal 250.000 Euro.

  • Zinssatz: 3,2 Prozent p. a. (danach variabel, zurzeit: 0,75 Prozent p. a.)
  • Zinsgarantie: 6 Monate
  • Einzahlungszeitraum: 14. September bis 26. Oktober 2026
  • Aktionszeitraum: 1. November 2026 bis 30. April 2027
  • Anlagesumme: 2500 bis 250.000 Euro Neugeld
  • Einlagensicherung: Deutschland bis 100.000 Euro, zusätzliche Absicherung über den Einlagensicherungsfonds
Postbank Tagesgeldkonto

Postbank Tagesgeldkonto

3,20% p.a.
bei postbank.de
zum Angebot

BBVA: 3,75 Prozent Zinsen auf dem Girokonto

Eine Alternative zum klassischen Tagesgeld kommt von der BBVA. Die spanische Bank verzinst Guthaben auf ihrem kostenlosen Girokonto in den ersten sechs Monaten mit 3,75 Prozent p. a. auf Beträge bis 200.000 Euro. Weil das Geld jederzeit verfügbar bleibt, kann das Konto ebenfalls für kurzfristige Rücklagen genutzt werden.

Ein weiterer Unterschied zu vielen Tagesgeldangeboten ist die monatliche Zinsgutschrift. Das Guthaben ist über die spanische gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt.

  • Zinssatz: 3,75 Prozent p. a.
  • Zinsgarantie: 6 Monate
  • Maximale Anlagesumme: 200.000 Euro
  • Zinsgutschrift: monatlich
  • Einlagensicherung: Spanien bis 100.000 Euro
  • Voraussetzung: Eröffnung des kostenlosen Girokontos
BBVA kostenloses Girokonto

BBVA kostenloses Girokonto

3,75% p.a.
zum Angebot

Wie hoch sollte der Notgroschen sein?

Wie groß die finanzielle Reserve sein sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind unter anderem die regelmäßigen Ausgaben, die Sicherheit des Einkommens und die persönliche Lebenssituation.

Als Orientierung werden häufig drei bis sechs Monatsgehälter zurückgelegt. Wer beispielsweise hohe laufende Kosten trägt oder ein schwankendes Einkommen hat, kann eine größere Reserve einplanen. Bei einem stabilen Einkommen und vergleichsweise niedrigen Fixkosten kann dagegen ein kleineres Polster ausreichend sein.

Wichtig ist vor allem, dass die Höhe zur eigenen finanziellen Situation passt und das Geld im Ernstfall schnell zur Verfügung steht.

Fazit: Notgroschen flexibel und verzinst parken

Ein Notgroschen kann verhindern, dass eine unerwartete Rechnung direkt zum finanziellen Problem wird. Für die Rücklage bietet sich Tagesgeld besonders an, weil das Guthaben flexibel verfügbar bleibt und gleichzeitig verzinst werden kann.

Bei der Wahl des Kontos lohnt sich allerdings ein Blick auf die Details. Die höchsten Zinsen gelten häufig nur für einige Monate oder sind an Voraussetzungen geknüpft. Während die BBVA derzeit 3,75 Prozent p. a. für sechs Monate auf ihrem Girokonto bietet, zahlt die Consorsbank 3,6 Prozent p. a. für fünf Monate und die Postbank 3,2 Prozent p. a. für sechs Monate auf Neugeld. Die Bank of Scotland bietet den längsten Aktionszeitraum mit zwölf Monaten, dafür allerdings nur einen Zins von 3,0 Prozent p. a.

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